AKU Gronau
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05.04.2010   Presseinformation:

Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen

Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau
Mitglied im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e. V.

Für ein Leben ohne Urananreicherung!
Ostermarsch zur Gronauer Urananreicherungsanlage
erfolgte mit grenzüberschreitender Beteiligung

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Ostermarsch 2010 in Gronauer    klick Foto
Foto: (c) aaa-West

Erstmals seit rund 20 Jahren hat im westfälischen Gronau ein Ostermarsch zur einzigen deutschen Urananreicherungsanlage stattgefunden. Rund 120 Personen beteiligten sich an dem Ostermarsch, darunter auch mehrere aus den Niederlanden.

Mit dem Ostermarsch wurde Ostersonntag gegen die einzige deutsche Urananreicherungsanlage (UAA) demonstriert. Gleichzeitig richtete sich der Gronauer Ostermarsch gegen alle Urananreicherungsanlagen weltweit. Außerdem wurde generell gegen Atomwaffen und für den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie demonstriert. Bei Kundgebungen wurde Krieg als Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele abgelehnt. Veranstalter des Gronauer Ostermarsches waren der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau und das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Bei einer Auftaktkundgebung in der Gronauer Innenstadt sowie bei der Abschlußkundgebung am Gelände der Urananreicherungsanlage kamen Vertreter der Anti-Atomkraft-Bewegung und der Friedensbewegung zu Wort. Dabei wurden u. a. die Gefahren der Urananreicherung und die Auswirkungen auf Mensch und Natur beim Uranabbau hingewiesen. Ein Vorstandsmitglied des DGB Gronau betonte, dass auch in den Gewerkschaften der Widerstand gegen die Atomenergie wächst. Ein Vertreter der niederländischen Anti-Atomkraft-Bewegung überbrachte Grüße der niederländischen Friedens- und Umweltbewegungen. Er berichtete über die verschärfte Atommüll-Situation bei der niederländischen Urananreicherungsanlage in Almelo und teilte mit, dass Ostersamstag eine Protestaktion beim Atomwaffenstützpunkt Volkel in den Niederlanden stattgefunden hat.

Den Veranstaltern des Ostermarsches war es wichtig, gerade am Standort Gronau darauf hinzuweisen, dass jede Urananreicherungsanlage grundsätzlich dazu geeignet ist, atomwaffenfähiges Uran herzustellen. Das gilt für die Urananreicherung im Iran ebenso wie für die Urananreicherungsanlagen in Europa und anderswo. Im Aufruf zum Ostermarsch hieß es dazu: "Die Urananreicherung ist eine gefährliche Technologie, die den Betrieb von Atomkraftwerken ermöglicht. Gleichzeitig kann die Urananreicherung militärisch genutzt werden. Insofern sind Urananreicherungsanlagen im Iran und anderswo stillzulegen. Und zwar sofort! Dies gilt selbstverständlich auch für die Gronauer UAA. Auch wenn sie derzeit nicht für eine Hochanreicherung geschaltet ist eine spätere Nutzung zur Atomwaffenproduktion kann nicht ausgeschlossen werden. Und es kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass das sogenannte abgereicherte Uran, das in Gronau in großen Mengen bei der Urananreicherung anfällt, zu einem späteren Zeitpunkt für die Herstellung von Uranmunition genutzt werden könnte. Uranmunition aus internationalen Uranbeständen kam z. B. im Irak tonnenweise zum Einsatz."

Der Gronauer Ostermarsch unterstrich folgende generelle Forderungen:

  • Vernichtung aller Atomwaffen und Uranmunitions-Bestände!
  • Verstärkte Förderung gewaltfreier Konfliktlösungsansätze!
  • Sofortige Stilllegung der Urananreicherungsanlagen in Gronau, in Almelo, in Russland, im Iran und anderswo!
  • Sofortige Stilllegung aller Atomanlagen weltweit! Umstieg auf umwelt-freundliche Energiequellen!

An dem Gronauer Ostermarsch haben sich auch zwei Bundestagsabgeordnete beteiligt. Die Veranstalter des Ostermarsches werten das als Zeichen dafür, dass zunehmend die Brisanz der Gronauer Urananreicherungsanlage erkannt wird. Der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau und das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen werden ihr Engagement gegen die Urananreicherung und die damit verbundenen Urantransporte unvermindert fortsetzen. Dazu wurde bei der Abschlusskundgebung von Rednern des Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen und von der Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" auch zur Teilnahme an der landesweiten Tschernobyl-Demonstration am 24. April in Ahaus aufgerufen. Die Demonstration in Ahaus richtet sich ebenfalls gegen die Gronauer Urananreicherungsanlage. Insgesamt soll mit der Demonstration der Forderung nach einem sofortigen Atomausstieg Nachdruck verliehen werden.

Weitere Informationen zur Gronauer Urananreicherungsanlage gibt es im Internet unter www.aku-gronau.de und telefonisch unter 02562-23125, Informationen zu weiteren Ostermärschen gibt es unter www.friedenskooperative.de, und Informationen zur bevorstehenden Demonstration in Ahaus gibt es unter www.kein-castor-nach-ahaus.de.




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